Stirling Range – Bluff Knoll

30.12.09 – Stirling Range – Armadale (25.Tag)

Um 8 Uhr starten wir zum Mount Bluff Knoll. Mit seinen 1095 Metern ist Bluff Knoll der höchste Berg der Stirling Range und der zweithöchte Berg West Australiens. Ihn kann man sogar von Albany sehen. Eine schmale Strasse führt am Café vorbei hoch zu einem Parkplatz, der sich 450 Meter Höhe befindet. Der Himmel ist bedeckt und es ist kühl.

Der Weg hoch ist wesentlich besser befestigt als die Wanderwege zum Mount Magog & Mount Hassel. Der erste Abschnitt umfaßt diverse Stufen so kommen wir schnell voran.  Je höher wir kommen desto kälter wird es.  Das Wetter trübt sich ein: es windet und fängt an zu regnen. Auf dem Gipfel ist es dann doch recht frisch. Bestimmt nur 8-10 Grad. Nach den hohen Temperaturen der letzten Tage schon eine ganz schöne Umstellung – trotz langer Sachen. Also bleiben wir nicht lange und gehen dann zurück. Während des Abstiegs kommt uns ein australischer Familienvater mit seinen 4 Kindern entgegen. – Alle mit kurzen Hosen. Oje, denken wir uns und erzählen von der niedrigen Temperaturen auf dem Gipfel. Er aber lacht nur und sagt, dass er sich auf die Kälte freut. – Aussies halt.

Schon nach 2,5 Stunden sind wir zurück auf dem Bluff Knoll Parkplatz und doch recht verwundert, da wir schon erwartet hatten, dass die Wanderung etwas länger dauert.

Nach kurzer Bedenkzeit entschließen wir uns – aufgrund des bescheidenen Wetters – jetzt doch schon heute in Richtung Perth aufzubrechen und fahren los. Gegen 17 Uhr kommen wir in Armadale (ca. 30 km südlich von Perth) an und finden nach einigem Hin und Her doch noch ein gemütliches Plätzchen auf dem Kelmscott Caravan Park.

Dort lernen wir ein finnische Pärchen kennen, das schon seit über 6 Monaten in West-Australien ist und sich dort schon seit Tagen “häuslich eingerichtet” hat. Gekocht wird unter freiem Himmel und wir verbringen einen sehr netten BBQ-Abend.


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Stirling Range – Mount Magog & Mount Hassel

29.12.09 – Stirling Range (24.Tag)

Von den Bergen erhofften wir uns etwas Abkühlung. Doch für heute sind über 40 Grad angesagt. Aufgrund der akuten Waldbrandgefahr sind daher die zwei höchsten Berge des Stirling Range National Parks (Bluff Knoll und Toolbrunup) gesperrt. So entscheiden wir uns für den Mount Magog – einem 856 m hohen Berg mitten im Outback und nur über eine staubige Schotterpiste erreichbar. Außer uns will diesen Berg heute niemand besteigen.

Zuerst geht es eine halbe Stunde durch flaches Buschland. Hier wachsen wunderschöne Blumen und exotische Pflanzen. Doch dann führt ein sehr anstrengender Aufstieg steil bergauf. Die angesagten 40 Grad machen sich bemerkbar und fordern uns. Es ist extrem warm und feucht. Nach einer Stunde harter Kraxlerei werden wir am Gipfel mit einem grandiosen Ausblick über die Stirling Range belohnt. Außerdem wird uns hier oben noch einmal bewußt, dass wir uns mitten im Outback befinden. Auf der Schotterpiste unten, die wir sicherlich auf mehr als 50 km überlicken sehen wir gerade einmal ein Auto. Aber zum Gück ist weit und breit nichts von einem Buschfeuer zu sehen.

Als wir da oben so sitzen und uns kam bewegen “besucht” mich eine forsche Eidechse und krabbelt mir fast in die Hosentasche. Ingesamt sitzt sie bestimmt 10 min nicht einmal 10 cm entfernt von mir. Gemeinsam lassen wir uns die Sonne auf den Pelz brennen.

Dann folgt unausweichlich der Abstieg bei dem uns weiter unten noch eine weitere, riesige Eidechse (bestimmt 1,5m lang) über den Weg läuft. Sie ist zwar weniger auf “kuscheln” eingestellt als das Exemplar auf dem Gipfel, trotzdem gelingt es mir ein paar schöne Fotos von ihr zu machen.

Unten am Camper Van angekommen ist der Tag noch jung. Also beschließen wir zurück zu fahren und nach einer kurzen Siesta den auf dem Heimweg liegenden Mount Hassel (847 m) zu besteigen. – Im Verglich zum Mount Magog wesentlich einfach zu erklimmen. Alles in allem sind die Besteigungen trotz unserer Bergerfahrung doch recht anstrengend. Die Hitze und das mitzuschleppende Wasser und die abrupten Anstiege fordern uns. Ingesamt trinkt jeder von uns über 6 Liter!

Nach diesem gelungenen Tag genießen wir die Dusche und ein köstlich zubereitetes King Prawn Essen auf dem Stirnling Range Retreat Camping Platz .


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Im Stirling Range National Park, Westaustralien wachsen mehr als 1.500 unterschiedliche Pflanzen. Das ist mehr als auf allen Britischen Inseln zusammengenommen. “Ganz nebenbei” sind davon 87 endemisch, d.h. diese Pflanzen wachsen nur hier im Park.

Shelly Beach – Albany – Stirling Range

28.12.09 – Shelly Beach – Albany – Stirling Range (23.Tag)

Da der Camping Platz abends am Shelly Beach noch recht voll geworden ist und es nur eine Toilette gibt beschließen wir uns gleich früh morgens auf den Weg zu machen. So steuern wir Aussichtspunkt ca. 4 km vor dem Shelly Beach an. Hier starten die Gleitschirm und Drachenflieger. Wir frühstücken auf deren Startplattform und genießen die Aussicht. Dann gehts auf der “Lower Denmark Road” bis kurz vor Albany, wo wir zum Torndirrup National Park abbiegen. Hier erwarten uns die Natural Bridge (ein von Meerwasser umtoster Felsbogen), The Gap (eine mit Wasser gefüllte Felsspalte) und  The Blowholes (enge Öffnungen am Ende einer Meereshöhle, die über die Höhlendecke hinauf ins Freie reichen,  Brandungswellen führen dort zu  spektakulären Wasserfontänen).


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Nach diesen einzigartigen Sehenswürdigkeiten gönnen wir uns mal wieder einen Strandaufenthalt. Am Frenchman Bay Beach relaxen und baden wir. Das Wasser ist türkisfarben bis dunkelblau. Zum letzten mal genießen wir ein Bad an der Südküste Australiens. Dann gönnen wir uns – zum ersten Mal nach 2 Tagen – endlich mal wieder eine ausgiebige Dusche. – Ein Glücksmoment vor allem für Uli.

In Albany besuchen wir den Visitor Center und holen uns Tipps für die weitere Fahrt. Dann füllen wir unsere Lebensmittelvorräte und den Campervan-Tank auf und fahren weiter zu der ca. 80 km entfernten Stirnling Range, einem Gebirgszug mit bis zu 1100m Bergen hohen Bergen.


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Dort checken wir im Stirnling Range Retreat Camping Platz ein und genehmigen uns während des romatischen Sonnenuntergangs eine Flasche Wein.

Denmark – Valley of the Giants – Tree Top Walk – Shelly Beach

27.12.09 – Walpole – Valley of the Giants – Shelly Beach (22.Tag)

Da der Crystal Springs Camping-Platz nichts Besonderes ist und sich unsere Sachen durch die Nacht klamm anfühlen, brechen wir sofort nach dem Aufwachen auf. Die Pool Road – eine unbefestigte Straße – führt uns zur ersten Station: dem Circular Pool, ein Bachlauf, dessen Wasser aufgrund unterschiedlicher Pflanzensedimente ganz dunkel ist. Erreichbar ist dieser Ort durch einen geteerten Spazierweg vom Parkplatz aus.

Zum Frühstück suchen wir und am Knoll-Scenic-Drive eine schöne Picknickbank, wo wir die tolle Aussicht auf das Meer bzw. das Nornalup Inlet genießen.

Unsere nächste Anlaufstelle ist die Gegend um den Giant Tingle Tree, wo wir einen einen kleinen Spaziergang machen und an riesigen Red Tingle Bäumen vorbeikommen. Ziel unseres Rundwegs ist der Giant Tingle Tree. Er hat einen Umfang von über 20 m und wurde 1952 entdeckt. Auf einer Tafel sieht man wie damals in seinem Inneren geparkt wurde. Obwohl diverse Buschbrände  den Stamm aushöhlten, lebt er weiter.

Dann fahren wir zum Tree Top Walk im Valley of the Giants. Inmitten von Karri-, Tingle und Jarrahbäumen wurde dort ein Stahlgerüst erbaut so, dass man hoch oben durch das Blätterwerk der Riesenbäume laufen kann. Der Tree Top Walk kostet pro Erwachsener 10 $ Eintritt und ist nur schindelfreien Personen zu empfehlen, da das ganze Gerüst ziemlich wackelt. Gleich nebenan ist der exzellente “Ancient Empire Walk” bei dem man sich weitere Riesen dann wieder von unten anschauen kann.

Nach soviel Wald fahren wir zur Abwechslung weiter zum Conspicuous Beach, einem 1A-Strand mit einer beeindruckenden Küstenlinie. Bei den meisten Attraktionen in dieser Gegend kreuzt übrigens immer wieder der Bibbulum Track, ein Fernwanderweg, der ca. 1000 km von Kalamunda (bei Perth) bis nach Albany führt.

Dann machen wir noch einen Abstecher zur Peaceful Bay und fahren nun zu den ausgesprochen interessanten Elephant Rocks. Hier genießen wir die unglaublich bizarre Küstenlandschaft und ruhen uns erstmal aus.

Danach über den South Coast Highway und einem “Scenic Drive” nach Denmark. Die Mt. Shadforth Road führt uns dabei über das bergige Hinterland mit tollen Aussichten auf die Küste. In Denmark kaufen wir uns eine leckere Flasche Sauvignon Blanc 3 Drops 2008 aus der Gegend und fahren zum Shelly Beach im West Cape Howe National Park, dem absoluten Top-Strand unserer Reise.  Umgeben von waldigen Hügeln sitzen wir auf unglaublich feinem, weißen Sand, trinken leckeren Weißwein und beobachten die Gleitschirm- und Drachenflieger, wie sie von den Bergen sanft herabsegeln und sicher am Strand landen.


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